„Aus Stereo kann man kein 5.1 machen“: Von wegen!

Eines vorweg:  Normalerweise schreibt ja mein Kompagnon die Blogeinträge. Da aber dieses Thema  zu meinem Steckenpferd Videobearbeitung gehört und ich grundlegend an unserem Mozart-DVD-Projekt beteiligt bin – wo das Thema auch eine Rolle gespielt hat -, habe ich die Ehre mein ersten Blogeitrag zu schreiben.

Nun zum Thema:

Seit einigen Jahren hab ich mich mit dem Thema Upmixen beschäftig, was zur Anfangszeit gar nicht so einfach war, da es immer in Foren abgewertet wurde. Als ich dann nach laaaaanger suche was gefunden hatte, hatte ich eineinhalb Jahre die Ergebnisse gesammelt, Vor und Nachteile analysiert, und ausprobiert. Zu guter Letzt konnte ich dann aus mehreren Vorgehensweisen eine eigene entwickeln, die sämtliche Vorteile der anderen vereinte, wodurch wir das auch seitdem als Dienstleistung anbieten können. Jahre später lese ich aber immer noch in verschiedenen Foren:

1.        „Aus Stereo kann man kein 5.1 machen“

2.       „Wozu  upmixen, der 5.1 Verstärker macht das doch“

3.       „Das ist kein richtiges 5.1“

Leider konnte ich bislang dem interessierten User in den Foren auch nicht vernünftig helfen, weil man dann – von denen die es besser wissen wollen – genau mit diesen drei Punkten bombardiert wurde…

Da mir nun die Hutschnur geplatzt ist, möchte ich hier nun – für Leute, die es interessiert – zu diesen Punkten Stellung nehmen.

Punkt 1:

Die 5.1 Tonspur auf einer Video-DVD, ist an sich eine Tonspur mit 6 separaten Kanälen, wo die Soundinformationen an der richtigen Stelle abgelegt wurden, damit daraus der Raumklang entsteht.

Meist ist das in dieser Konstellation:

Vorne Mitte:                 Stimmen

Vorne links, rechts:      Musik, Schüsse, Explosion

Hinten links, rechts:     Hall, jubel, klatschen, Geräuschkulissen

Subwoofer:                   Verstärkung bei Actionszenen (zum Beispiel bei Explosionen).

 

Natürlich hat eine Stereo-Tonspur nur zwei und keine 6 Kanäle, allerdings enthält eine guterhaltene Stereospur (egal ob von Video, DVD, Audio-CD, Laserdisk, Schallplatte) zu 99% allerfälle genau diese Raumklang Informationen (Surround) um eben ein annähernde Räumlichkeit zu erzeugen. Und wenn man diese Informationen extrahiert und auf die jeweiligen Kanäle ablegt, bekommt man (fast)genau die wie oben beschriebene Konstellation, die man „nur“ noch in das passende Format abspeichern muss.

Die in den Bereich Marktführende Firma Dolby zum Beispiel hat das mehr als einmal bewiesen, das es nichts Besonderes mehr ist:  Deren für Consumer entwickelte analoge Matrix-Technik „Pro Logic II“ (heutzutage in jeden Handelsüblichen 5.1 Verstärker integriert) kann sogar in der aktuellen Version aus Stereo voluminösen 7.1 zaubern, und das in Echtzeit…. Ich weiß was jetzt kommen würde: „Wozu dann upmixen, wenn das der Verstärker kann!“ wo wir zu Punkt 2 kommen  😉

Punkt 2:

Wie ist es denn bei der Videobearbeitung,  wo das Projekt eine 5.1 Tonspur besitzt und noch weiteres (Stereo-) Audiomaterial hinzugefügt werden soll? 

Upgemixt und Räumlich abgestimmt, wirkt das Gesamtbild des Projektes viel Professioneller, als wenn das  (Stereo) Material einfach so „drauf geklatscht“ wird.

Außerdem hat so ein Upmix auf separate Kanäle den Vorteil dass man den Raumklang noch verbessern kann, was Intensität, Lautstärke, etc. angeht. Gerade bei schwachbrüstigen Quellen bekommt so eine Tonspur einen ganz neuen Glanz.

Punkt 3:

Wann ist 5.1 richtiges 5.1? Nun es kommt darauf an was man von einer 5.1 Tonspur erwartet:  5.1 wird normalerweise bevorzugt, weil man beim Film schauen oder Musik hören, ein Räumlichen Eindruck haben möchte.

Wie oft hab ich aber erlebt das bei kommerziellen DVD-Filmen  – ältere wie auch neuere – zwar technisch 5.1 abgespielt wird, aber zum größten Teil die hinteren Lautsprecher kaum ausgenutzt werden und dem entsprechend der Film sehr Frontlastig ist: Nennt man DAS richtiges 5.1 sprich Raumklang  ?!

Ergo: Wenn ich eine 5.1 Tonspur wiedergebe und man hat wirklich das Gefühl mittendrin zu sein, dann ist das meiner Meinung nach RICHTIGES 5.1 Unabhängig davon ob im Nachhinein upgemixt oder im Tonstudio einzeln aufgenommen….

Außerdem hab ich verschiedenen Test gemacht, und meine „Versuchskaninchen“ 😉 haben den Unterschied zwischen ein ursprüngliches 5.1 und ein upgemixtes nicht heraus gehört. Es kam sogar vor das sie die upgemixte Tonspur für ausgeglichener empfunden haben…

Fazit:Aus Stereo kann man (auch) richtiges 5.1 machen, und das mit einem vielversprechendem Ergebnis!!!  Aber das ist natürlich „nur“ meine persönliche Erfahrung und Meinung  😉

 

So viel zu meinem ersten Blogeintrag…..

Ich hoffe dass es nicht zu ausschweifend war und dass es vielleicht den einen oder anderen interessiert und gefallen hat.

Fragen, Anregungen oder Konstruktive Kommentare sind immer gern gesehen J

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1 Antwort zu „Aus Stereo kann man kein 5.1 machen“: Von wegen!

  1. Sascha S. sagt:

    „Aus Stereo kann man kein 5.1 machen.“ Diese Aussage ist totaler Schwachsinn. Ich habe es selber getestet mit Filmen wie auch mit Musik, und ich muß sagen: ES FUNKTIONIERT WIRKLICH!!! Wobei ich sagen muß, daß es in Punkto Musik nicht für jede Musikrichtung geeignet ist, wie z. B. Metal oder andere Musik die nur auf „Krach“ aus ist. Ich persönlich habe es mit dem Song „Talk“ von Coldplay getest, und es klang als wenn die Band „Live“ in meinem Zimmer gespielt hätte.

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