Linie 1 Verlängerung von Roland Center bis nach Mittelshuchting (UPDATE)

Im Fernsehen, wie bei Buten & Binnen, aber auch in der Presse waren einige Artikel über die letzte Beiratssitzung erschienen, wo sich viele Huchtinger zu Wort meldeten, die gegen die Verlängerung der Linie 1 nach Huchting sind. Der Beirat hat sich komplett gegen das jetztige Projekt ausgesprochen.

Man versucht nun noch das Projekt so umzugestalten, das die Straßenbahn nicht über die BTE-Trasse verläuft, sondern das man den Kreisverkehr aufrecht erhält. Das würde bedeuten, das die Straßenbahn auf der Kirchhuchtinger Landstraße, Heinrich-Plett-Allee, Huchtinger Heerstraße wieder zum Roland Center zurück fährt. Anstatt das die Busse fahren, fährt die Straßenbahn im Kreis.

Jetzige Planung sehen vor, das die Straßenbahn über die BTE-Trasse geführt wird, dann bei der Straße „Auf den Kahlken“ rauskommt, und auf der Heinrich-Plett-Allee Richtung „Brüsseler Straße“ fährt. Die Brüsseler Straße wäre dann die Endhaltestelle, mit drei Gleisen, wobei eine als eine Art „Abstellgleis“ gehandhabt wird. Zudem existiert dort der weitere Busanschluß an die Linien 57/58 in Richtung Friedhof Huchting. Die Haltestelle Roland Center wird nur noch eine Durchgangshaltestelle. Die Busse werden also weiterhin fahren.

Da an der Haltestelle „Brüsseler Straße“ dann eine Endhaltestelle eingerichtet wird, wird dort die Ecke zu einem Kreisverkehr umgebaut. Die Huchtinger Heerstraße ist auch eine Verbindung Richtung Delmenhorst und wird täglich von Autofahrern und auch von der Delbus genutzt.

Wenn man sich die Pläne anschaut, dann kann man nicht fassen, was für ein Aufwand und was für ein Schaden dem Stadtteil dadurch entsteht:

  • Viele Grundstücksbesitzer werden zwangsenteignet, obwohl vorher nicht davon gesprochen wurde
  • ganze Straßenzüge werden umgestaltet und Fußwege und auch Radwege werden schmaler
  • ganze Grünstreifen verschwinden ebenso über 900 Bäume werden dafür gefällt
  • es entsteht eine räumliche und geographische Trennung von Gebieten

Wenn unser werter und gewählter Umwelt- und Bausenator R. Loske, Mitglied der Grünen, soetwas zuläßt, dann fragt man sich, wofür die Grünen eigentlich stehen. Zumal die Argumente auf Seiten der Befürworter der Straßenbahnverlängerung ziemlich „dünn“ sind. Es wird behauptet, das die Umwelt entlastet wird, die Fahrzeit sich reduziert, mehr Menschen die Bahn erreichen und die Baukosten geringer sind.

Diese Argumente kann man leicht wiederlegen:

  1. Die Fahrtzeit verkürzt sich um sagenhafte 4 Minuten!
  2. Die Bauzeit wird ca. 3 bis 4 Jahre in Anspruch nehmen.
  3. Die heutigen Busse, die die BSAG auf den Linien 57/58 einsetzt sind mit EURONORM 5 Busse, von den Herstellern Solaris/MAN.
  4. Busse können flexibler auf Verkehrsstörungen reagieren
  5. Sollte eine Bahn ausfallen, wird es keine Ersatzbusse für den Ausfall einer Straßenbahn geben; das liegt daran, das es jetzt schon nicht funktioniert, wenn eine Bahn durch Stau, Unfall, Demonstrationen einen Ersatzverkehr einzurichten. (Die Straßenbahn Linie 1 soll über Weserpark bis nach Mahndorf geführt werden; fast zweieinhalb Stunden Fahrt.)
  6. Es sollen durch die Straßenbahnanbindung täglich 6900 „Kunden“ mehr erreicht werden, so die Aussage der „Experten“ mit Planzahlen; diesen Zahlen können so nicht stimmen, denn die Straßenbahn fährt auf der BTE-Trasse, hinter Einfamilienhäusern oder Reihenhäusern, sowie Mietwohnungen. Die Laufzeit für andere Nutzer des ÖPNV, gerade am Verlauf der Heinrich-Plett-Allee, wird sich nicht ändern.
  7. Die Lebensqualität im Stadtteil sinkt.

Die Bewohner der Hermannsburg müssen trotzdem bis zum Roland Center fahren mit dem Bus um dort in die Straßenbahn umzusteigen. Das macht nun Sinn, die Straßenbahn nach Mittelshuchting auszubauen.

Bis zum 16. Juni 2010 kann man gegen diesen Projekt noch Einspruch einglegen. Wir rufen alle Huchtinger auf, die gegen diese Straßenbahnverlängerung sind, schriftlich beim Bausenator Einspruch einzulegen. Wir werden es auf jedenfall tun, denn nicht nur die Huchtinger Bevölkerung ist von den Baumaßnahmen betroffen, sondern auch die kleinen Unternehmen in Huchting.

Auch wir werden dann die Straße und die Straßenbahn dichter an unserem Büro haben. Die Bäume und Sträucher vor dem Fenster, das den Schall etwas schluckt, wird es dann so nicht mehr geben. Abgesehen davon, das man für mehrere Monate den Baulärm vor der Tür hat.

Wir sind gegen diesen Unsinnigen Ausbau der Linie 1 nach Mittelshuchting. Verkehrspolitisch macht diese Ausbau keinen Sinn. Hier geht es nur um ein Prestigeobjekt und einen gefallen für die BSAG (Bremer Straßenbahn AG). Die Bevölkerung bleibt außen vor, und wird nicht gefragt, ob man mit diesem Projekt einverstanden ist. Das sind unsere Gewählten Volksvertreter? Der Umwelt- und Bausenator der Grünen, Loske, zeigt damit, das er nur für die Industrie und für die BSAG agiert. Widerspruch seitens der Bevölkerung wird von ihm eiskalt ignoriert. Wohnt einer der Entscheidungsträger, also einer der Politiker wie z. B. Loske, in Huchting?

NEIN! Sie wohnen dort, wo keine großen Baumaßnahmen den Ortsteil oder Stadtteil zerschneidet. So kann man auch mit der Bevölkerung umspringen und ihnen einen nicht gewollten „Wunsch“ aufdrücken!

UPDATE

Ein Einspruch an den Senator Loske, ist von einem Huchtinger, in Begleitung mit einer Unterschriftenliste herausgeschickt worden. Den Wortlaut kann man in der beigefügten PDF lesen. Einspruch Linie 1 nach Huchting

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Ein Kommentar zu Linie 1 Verlängerung von Roland Center bis nach Mittelshuchting (UPDATE)

  1. Jörg Tzschoppe sagt:

    Ich möchte diesen Eintrag noch ergänzen.
    Viel schlimmer ist noch, dass die BSAG heute noch auf ihrer Homepage die Kosten für die Verlängerung mit 25 Mio. Euro angibt. Mittlerweile gehen die Planungsbüros von ca. 76 Mio. Euro aus.
    Nun dazu, dass die Straßenbahn neue bzw. zusätzliche Kunden erreicht. Das geht rechnerisch schon gar nicht. Wie die BSAG auf ihrer Homepage selber schreibt, werden zur Zeit 6 Busse im Ringverkehr eingesetzt. Diese haben eine Fahrgastkapazität von 882 Gästen (habe ich selber ausgerechnet). In Zukunft sollen dann nur noch 2 Busse und 2 Bahnen eingesetzt werden. Es wird gesagt, dass die Bahnen mehr Gäste aufnehmen können. Das stimmt sogar mal. Jetzt kommt’s, die 2 Bahnen und 2 Busse haben aber nur eine Fahrgastkapazität von 732 Gästen. Das sind 150 Fahrgäste weniger. Das bedeutet, dass faktisch die Investition überhaupt nicht über steigende Fahrgastzahlen refinanziert werden kann. Das sich jeder abgesoffener Realschüler (da gehör‘ ich zu) selbst ausrechnen. Dazu muss man nicht studiert haben.
    Also ich habe meinen Einspruch losgeschickt. Mal sehen wie „Bürgernah“ unsere Politiker sind.

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