Fax am All-IP-Anschluß der Telekom: Auf die Kabellänge kommt es an

Wer zur Telekom wechselt, umzieht oder seinen Tarif anpaßt, erhält einen „neuen“ Anschluß. Wer nicht aufpaßt, und lieber über das gute alte Kupferkabel telefonieren möchte, erhält einen All-IP-Anschluß. Damit bezeichnet die Telekom ihre Voice over IP Telefonie – kurz VoIP. Nun will ich hier nicht das für und wider oder die Vor- und Nachteile eines All-IP-Anschlußes näher beleuchten, sondern darauf eingehen, worauf man beim Anschluß eines Faxgerätes achten muß an einem All-IP-Anschluß.

Unser Kunde ist wieder zur Telekom gewechselt und hat sich wohl damit abgefunden, das er einen All-IP-Anschluß erhalten hat. Zumindest schien ihn das nicht zu stören. Nun wollte ein Faxgerät an dem Speedport W723V Typ B anschließen und betreiben. Nun richten wir nicht zum ersten mal ein Faxgerät an einem Router und an einem All-IP-Anschluß ein.

Bei den ersten beiden treffen mit den Kunden lief der Anschluß noch nicht vernünftig, da der TAL Anschluß noch von den Telekomtechnikern zweimal umgesteckt werden mußte. Eine Besonderheit wollte der Kunde aber haben: Das Faxgerät sollte in seinem Arbeitszimmer stehen. Der Router steht aber im Wohnzimmer. Entfernung ca. 6 Meter. Kabellänge ca. 15 Meter eventuell länger.

Dann traten wir in Aktion, und richteten den Router ein, samt Telefonnummern und Anschlußeinstellungen, welches Gerät an welchen Anschluß kommt. Soweit so gut. Doch dann traten die ersten Probleme auf. Das Faxgerät sendete zwar raus, brach aber nach kurzer Zeit die Verbindung wieder ab. Umgekehrt dasselbe Spielchen.

Nun begann die Fehlersuche: Router abermals überprüft, das Faxgerät abermals eingestellt, kein Erfolg. Mehrere Gespräche mit der Telekom und der Telekom Technik brachten kein Erfolg. Ich hatte sogar mit einem Techniker gesprochen, der am Telefon „die Schulter“ gezuckt hatte, und mir gegenüber eingestehen mußte, das er genauso mit seinem Latein am Ende sei. Schließlich einigten wir uns darauf, das der Router defekt sei, denn selbst das Telefon viel nach einem halben Tag aus. Die Systemmeldungen im Gerät bestätigten einen Defekt des Gerätes, denn die Rufnummern konnten nicht mehr erkannt werden.

Nach drei Tagen erhielt der Kunde einen neuen Router, und wir richteten nur noch das Faxgerät an dem Speedport ein. Zu meinem Erstaunen traten die selben Probleme auf, wie bei dem vorherigen Gerät. Also blieb nur noch, das Faxgerät neben den Router zu stellen und mit einem kurzen Kabel zu verbinden. Und siehe da: Das Faxgerät konnte ein Fax empfangen und auch Senden. Dem Kunden gefiel das gar nicht so richtig, nur wollte er unbedingt ein Faxgerät haben und am All-IP-Anschluß betreiben.

Fazit der Aktion: An einem All-IP-Anschluß sollte das Telefonkabel für ein Faxgerät wohl nicht länger als 5 Meter sein. Wir würden eher dazu tendieren, das man das Faxkabel so kurz wie möglich hat. Bei einem Analogen Anschluß oder einem ISDN Anschluß war das egal, aber selbst dort haben wir immer gesagt, daß das Kabel nie länger als 15 Meter sein sollte. Nur manchmal läßt es sich nicht ändern. Neue Techniken verlangen eben auch einen Kompromiß, auch wenn es einem nicht gefällt.

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2 Responses to “Fax am All-IP-Anschluß der Telekom: Auf die Kabellänge kommt es an”

  1. Alex sagt:

    Das geschilderte Verhalten kann ich bestätigen. Bei mir gibt es gerade ebenfalls Probleme mit dem Faxen mit W723V und einer Kabellänge von 10m. Mit einem kürzeren Kabel ist alles in Ordnung.

    Hat jemand mittlerweile eine Lösung für dieses Problem gefunden? Den Standort des Faxgerätes dauerhaft zu ändern ist eine schlechte Option.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass es mit einem neueren Router oder einem höherwertigerem Kabel besser funktioniert.

    • Kay Kisser sagt:

      Bis heute habe ich selber auch keine Lösung gefunden. Wir nutzen selber im Hause die Digitalisierungsbox Premium von der Telekom. Unser Faxserver ist ca. 5 Meter von der Box entfernt und die Faxe kommen an und können versandt werden. Selbst die c’t hat in diversen Artikel mitgeteilt, das es massive Probleme gibt mit Faxgeräten am All-IP-Anschluß. Die Telefonanbieter könnten ein spezielles Protokoll aktivieren bzw. implementieren, damit auch Faxe wieder „vernünftig“ laufen, jedoch machen das nur die wenigsten. Hier merkt man, das die Anbieter die Kunden zu den integrierten Faxen leiten wollen.

      Ein höherwertiges Kabel für den Faxversand oder Empfang bringt nichts, das es trotzdem zu einem Datenverlust kommt. Die neuen All-IP-Anschlüsse sind auf derartige „Signale“ nicht ausgelegt. Eigene Erfahrung. Wir haben unseren Faxserver auf 9600 als Übertragung heruntergestellt. Mehr als 5 Seiten sollten auch nicht verschickt werden, dann bricht das ganze wieder zusammen.

      Es bleibt wirklich nur eines: ein Faxkabel, das nicht länger als 5 Meter ist, eine Fritzbox mit eingebautem Faxgerät, die Digitalisierungsbox Premium und einen Faxserver oder Faxgerät an der Box, oder ein Anbieter, der Online ein Faxgerät zur Verfügung stellt.

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