Telekom VoIP: Das sollte man bei der Einrichtung der Sprachboxen beachten

Die Telekom möchte die Kunden langsam aber sicher auf die neue Telefontechnik VoIP (Voice over IP) umstellen. Wer sich bis jetzt beharrlich dagegen „wehrt“, oder seinen jetzigen Tarif für das Internet beibehält, wird ab 2016 von der Telekom „zwangsumgestellt“. Die Telekom möchte weg von alten Anschlüssen, die Kostenintensiv sind und viel Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter bedeuten, hin zu einem „pflegeleichten“ und preiswerteren Anschlüssen. Der Vorteil bei einem solchen Anschluss liegt klar auf der Hand: Der Techniker muss nur selten raus und kann das Problem direkt am PC herausfinden. So kann auch ein Techniker, der rausgeschickt wird, präziser nach der Fehlerquelle suchen.

Das klingt alles sehr schön und auch toll. Aber der Umstieg, auch wenn er bei uns, wie in unserem letzten Beitrag geschildert, reibungslos verlief, benötigt doch noch etwas „Fingerspitzengefühl“, wenn man seinen Anschluss komplett ausreizen möchte. Wir haben uns mit dem Telekom VoIP Anschluss etwas näher beschäftigt, wie es gerade unsere Zeit zuließ, und geben einige Tipps, worauf man achten sollte.

Wir sind von ISDN auf VoIP Umgestiegen, und haben dabei sieben Rufnummern mitgenommen. Warum so viele? Nun, bei der Auftragserteilung von ISDN haben wir bereits drei Rufnummern erhalten, später kamen, durch unsere Selbständigkeit weitere Rufnummern hinzu. Diese konnten wir sehr gut in unserer TK Anlage Eumex 800 verwalten. Darin haben wir auch festgelegt, welches Telefon wann auf welcher Rufnummer klingelt. Der Vorteil war, das wir durch Verkabelung mit Aufputz IAE Dosen weitere Telefone Anschließen konnten, und somit auch andere Räume mit ISDN Telefonen ausstatten konnten. Für jede Rufnummer – wenn man es gewollt hat! – benötigte man mindestens einen Anrufbeantworter. Würde bedeuten, das sieben Anrufbeantworter nötig gewesen wären. Es sei denn, in einem der Telefone ist ein Anrufbeantworter integriert.

Wir hatten nur zwei Anrufbeantworter: einen für die Firma und einen für unserer privaten Leitung. Diese beiden Geräte waren Analoge Endgeräte und wurden an einer TAE Dose angeschlossen, die ebenfalls an der TK Anlage verkabelt war.

Ganz freiwillig sind wir ja nicht auf VoIP der Telekom umgestiegen, sondern nur durch einen Tarifwechsel auf Entertain Premium (6), bei dem es kein ISDN mehr gibt, bzw. nicht mehr Angeboten wird. Somit ist unser ganzer Anschluss „umgewandelt“ und wir telefonieren seit gut fünf Tagen über das Internet.

VoIP bei der Telekom mit drei Rufnummern

Wer einen Neuanschluss beantragt oder einen Wechsel vollzieht, erhält, wie zu Zeiten von ISDN, drei Rufnummern. Ob er Sie nun verwendet oder nicht, bleibt dem Kunden überlassen. Dabei werden die Rufnummern in den Router eingegeben und verwaltet. Zu diesem Anschluss bekommt man auch eine Sprachbox, also einen virtuellen Anrufbeantworter der Telekom. Diese nannte sich früher „T-Net Box“. Diese ist aber ziemlich „erwachsen“ geworden und kann nun etwas mehr.

Wir wollten davon ebenfalls gebrauch machen und haben uns damit ein wenig Auseinander gesetzt.

Sprachbox für jede Rufnummer

Wo man früher einen Anrufbeantworter hatte oder zwei mit unterschiedlichen Ansagen für unterschiedliche Rufnummern, gibt es nur noch eine Sprachbox für alle Rufnummern.

Wirklich?

Nicht ganz. Wenn man in sein Kundencenter geht und dort die Telefonie Einstellung auswählt, findet dort seine Rufnummern und kann diese dort dementsprechend bearbeiten, wie z. B. eine Weiterleitung aktivieren oder eine PIN vergeben. Dort sieht man auch, das hinter den Rufnummern „Hauptbenutzer“ steht. Das bedeutet, das der Inhaber des Anschlusses, und dementsprechend auch seine E-Mail Adresse, auf alle Rufnummern verweisen. Somit verweisen Sie auch auf die Sprachbox. Es gibt also in diesem Falle nur eine Sprachbox für drei Rufnummern.

Wer mehr hat, wie wir, der kommt ganz schön ins Straucheln. Schließlich möchte man einen Text für Privat und einen fürs Geschäft haben. Abhilfe schafft da einen „Inklusiv Benutzer“ anzulegen. Diesem weist man eine T-Online E-Mail Adresse zu, sowie ein Passwort für sein „Mini Kundencenter“ – wo er nur E-Mail Abrufen und versenden kann und seine Weiterleitung aktivieren kann – und ein E-Mail Passwort. Danach kehrt man in das Kundencenter zurück, und weißt der jeweiligen Rufnummer die neue E-Mail Adresse des Inklusiv Nutzers zu. Durch diese Zuweisung erhält jede Rufnummer eine kostenlose Sprachbox. Bis zu 10 Inklusiv Nutzer sind im Tarif mit drin.

Wer nun glaubt, das alles erledigt sei, der ist auf dem Holzweg. Nun heißt es…

… Router Anpassungen

Wer einen Router der Telekom sein eigen nennt, gibt in die Adresszeile des Browsers speedport.ip ein und wird dann aufgefordert ein Gerätepasswort einzugeben. Dieses Gerätepasswort steht auf dem Router selber, oder man hat es bei der Einrichtung des Routers bereits abgeändert.

Danach geht man auf den Bereich Telefonie und schaut sich seine Rufnummern an. Normalerweise braucht man bei der Eingabe der Rufnummern keine E-Mail Adresse und Passwort zu vergeben, sondern belässt alles auf anonymous@t-online.de.  Aber, ich glaube Sie ahnen es schon, das man bei den Rufnummern, wo eine neue E-Mail Adresse des Inklusiv Nutzers hinterlegt ist, dies dort eingeben muss. Schließlich ist ersichtlich, das die Rufnummern durchgekreuzt sind und wenn man versucht sie telefonisch zu erreichen, entweder gleich die Sprachbox rangeht oder das Telefon nicht läutet.

Löschen Sie die Rufnummern aus der Liste, die nicht gehen bzw. ein rotes Kreuz davor haben. Dann wählen Sie den Button „Weiteren Anbieter hinzufügen“ aus, dann Wählen Sie „Telekom“ aus und fügen die Rufnummer mit Vorwahl wieder ein. Ist das geschehen, gibt es einen Text der lautet: „Für die Registrierung der Rufnummern werden die Standardeinstellungen verwendet.“ So jedenfalls bei unserem Speedport W921V. Darunter gibt es einen Button der „ändern“ heißt. Wenn man diesen Auswählt, öffnen sich zwei neue Eingabefelder, in denen man die E-Mail Adresse und das Passwort des angelegten Inklusiv Nutzers eingibt. Sobald dies geschehen ist, und man auf Speichern geht, wird ein grüner Haken angezeigt. Die Rufnummer ist registriert. Damit ist die Sprachbox nur für diese Nummer „freigeschaltet“ und die Rufnummer ist auch wieder von außen erreichbar.

So gehen Sie mit allen Rufnummer vor, wenn Sie Inklusiv Nutzer angelegt haben. So hat jedes Familienmitglied eine Sprachbox für seine Rufnummer und erhält entweder per Telefon oder per Mail eine Nachricht, wenn jemand auf den AB gesprochen hat. Die Mailbox kann unter 0800 330 2424 aus dem VoIP Netz erreicht werden.

Tipp: Wer ein Smartphone sein eigen nennt und darauf Android läuft, sollte sich im Google Playstore mal umsehen. Dort gibt es eine „HomeTalk“ App und eine App für die Sprachbox, die „Sprachbox Pro“. Das Smartphone muss nur per WLAN mit dem Router verbunden werden. Alle Anrufe laufen dann auch der „HomeTalk“ App auf, und darüber können Sie auch raustelefonieren. Mit der „Sprachbox Pro“ App können Sie ihre Sprachbox auch von unterwegs aus (evtl. könnten, je nach Mobilfunktarif, Gebühren anfallen) steuern und sehen, ob neue Nachrichten auf der Sprachbox eingegangen sind.

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4 Responses to “Telekom VoIP: Das sollte man bei der Einrichtung der Sprachboxen beachten”

  1. Gernot Nauder sagt:

    Hallo,
    alles schön und richtig beschrieben. Es fehlt aber der Hinweis darauf, das das alles nicht gilt, wenn man einen Telekom Business, z.B. DeutschlandLAN IP xyz hat. Keine weiteren Sprachboxen, auch nicht gegen Geld, möglich.

    Bei der Telekom ist man offensichtlich der Meinung, dass Geschäftskunden keinen Anrufbeantworter benötigen.

    Also Augen auf bei der Tarifwahl.

    Gruß
    Gernot

    • Kay Kisser sagt:

      Das es bei dem Tarif „DeutschlandLAN IP“ zu Einschränkungen kommt, ist mir leider nicht bekannt, aber gut zu wissen. Ich gebe aber gerne noch einen Tip mit auf den Weg: Wenn mehr Sprachboxen benötigt werden, so sollte man auf die Digitalisierungsbox Premium setzen. Wir arbeiten seit gut drei Jahren mit der Digitalisierungsbox Premium und haben in der Box auch die Anrufbeantworter aktiviert. Sobald ein Anruf eingeht, und der AB aktiviert ist, kann der Anrufer auf den AB sprechen.
      Ein Nachteil hat das ganze: Pro MSN, oder besser gesagt, pro IP-Telefon kann man nur ein AB aufschalten, da dieser eine MSN belegt. Wir sind mit den beiden ABs, die wir in der DigiBox aktiviert haben, sehr zufrieden und genügen unseren Ansprüchen.

  2. Hildegard Möller sagt:

    wir haben uns auch von der Telekom zum Umstieg auf Voip beschwatzen lassen.
    Vorher gab es eine Eumex 800V für Internet mit Netzwerk und eine Eumex 800 für die ISDN-Telefone. Seit Speedport W921V haben wir ständig Abbrüche, Probleme mit der Weiterleitung und mit der AWS. Lt. Telekom sind die Telefone zu alt.
    Jemand hat uns geraten, die Eumex 800 an den Speedport anzuschließen. Schön jemanden zu treffen, dem das gelungen ist. Wir können die Eumex nicht so konfigurieren, dass die Telefone funktionieren. Jedenfalls erkennt Speedport die Eumex nicht. Gibt es hierzu eine Idee?
    Freundliche Grüße

    • Kay Kisser sagt:

      Hallo!
      An die Eumex 800 können Sie ein ISDN Gerät anschließen, und weitere Telefone nur, wenn Sie diese per ISDN Kabel und ISDN Dose verkabeln.
      Dann sollten Sie die Eumex 800 mit dem PC verbinden, entweder über USB oder, wenn vorhanden, über eine interne ISDN Karte. Dann Konfigurieren Sie die Eumex 800 über das Mitgelieferte Konfigurationsprogramm, das Sie bei der Telekom im Downloadcenter erhalten können. Geben Sie alle Rufnummern in die Eumex 800 ein, die Sie von der Telekom erhalten haben und weisen den Rufnummern eine jeweilige Teamrufnummer zu (z. B. 20, 21, 22, etc. für ISDN Geräte). Verfahren Sie auch so bei den Analog Geräten, wenn Sie welche verwenden sollten.

      Verbinden Sie die Eumex 800 über den externen S0-Bus mit dem internen S0-Bus (internen ISDN) des Speedport W921V. Rufen Sie die Konfigurationsseite des Speedport W921V über den Internet Explorer auf (speedport.ip). Dort gehen Sie in den Bereich Telefonie, klicken auf „Intern ISDN“ und geben dort die Ortsvorwahl ein (z. B. 040 oder 0421 etc.). Dann gehen Sie auf „Internet Telefonie“ und geben alle Rufnummern noch einmal im Router ein.

      Damit sollte es eigentlich funktionieren, schließlich funktioniert das bei uns reibungslos. Wir haben auch ein ISDN Telefon, das gut 10 Jahre alt ist, und man kann gut damit Telefonieren. Ich hoffe, in dieser kürze Ihnen helfen zu können.

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