Verlängerung Straßenbahnlinie 1 nach Huchting: Neue Planung vorgestellt

Verlängerung Straßenbahnlinie 1 und 8 nach HuchtingEs hat sich mal wieder etwas getan zum Thema Straßenbahnverlängerung Linie 1 nach Mittelshuchting. Die Baubehörde hat die neuen Planungen und die neuen Pläne vorgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert. Während man die Pläne einsehen kann, können Betroffene gegen die Pläne Widerspruch einlegen. Und ich denke mal, das werden einige tun, vielleicht sogar dagegen Klagen.

Die Baubehörde hat die Pläne öffentlich Vorgestellt. Veränderungen soll es nun ab Roland Center geben. Die Straßenbahn soll nun nicht mehr über den Marktplatz beim Center Point führen, sondern über die Werner-Lampe-Straße geführt werden, links abbiegen auf die Kirchhuchtinger Landstraße und dann rechts abbiegen in den Willakedamm. Dort wird ein Anwohner sein Eckgrundstück wohl verlieren im Zuge der Straßenbahnverlängerung. Damit würde die Straßenbahn direkt an seinem Wohnzimmerfenster vorbeifahren. Wie es wohl aussieht, bleibt ihm höchstens ein schmaler Streifen übrig von einem Garten.

Das sind doch mal tolle Aussichten.

Weitere Änderungen betreffen die Baumfällaktionen. Es sollen wohl viel weniger Bäume der Säge zum Opfer fallen, als bisher angenommen.

Außerdem wird die Straßenbahn auf der Heinrich-Plett-Allee in Mittellage geführt, das heißt, das die Grünstreifen rechts und Links der Fahrbahn nicht angegriffen werden, und somit die Bäume ebenfalls erhalten bleiben. Begründung unter anderem: Die Heinrich-Plett-Allee wäre sowieso zu „breit konzipiert worden“ für den Ortsteil. Ok, da mag man sich nun darüber kräftig Streiten, ob diese Straße nun zu breit ist. Jedenfalls ist es an manchen Tagen wirklich von Vorteil wenn die Straße auch mal breiter ist. Der Verkehr fließt besser.

Die nächste Änderung betrifft die Anbindung vom Roland Center zum Friedhof Huchting. Laut Aussage der Baubehörde hat man sich mit der BSAG geeinigt, das der Bus der Linie 58 alle 30 Minuten in Richtung Friedhof Huchting fährt. Man versucht das Gespräch mit der Delbus zu suchen, ob nicht Busse von der Delbus alle 10 Minuten in Richtung Delmenhorst fahren. Die Frage ist nur: rentiert sich das ganze für die Delbus? Schließlich bedient sie zwar Delmenhorst, aber dort verkehren die Busse auch nur alle 20 Minuten bis alle halbe Stunde.

Dabei stellt sich die Frage, wie lange diese Busverbindung seitens der BSAG aufrecht erhalten wird. Schließlich hat die BSAG des Öfteren Buslinien eingestellt, weil sie unrentabel waren. Das könnte hier sehr schnell passieren. Und ich bezweifele, das die Delbus lange im 10 Minuten Takt fahren wird. Hier kann man sich als Misstrauischer Bürger und Huchtinger mal über überlegen, ob das nicht eine Beruhigungspille darstellen soll.

Kritik kann man auf jedenfall äußern, denn die Baubehörde hat für Planänderung über 600.000 € ausgegeben. Also wird der Bau wieder teurer. Macht  nichts, schließlich kann der Steuerzahl bezahlen. Selbstkritik kommt nur sehr zögerlich aus der Baubehörde. Herr Polzin äußerte sich bei Buten&Binnen so, das man wohl eher auf die Huchtinger Bürger hören sollen, und diese auch eher in den Planungsprozess hätte einbinden können. Aber von Fehlplanung seitens der Behörde, kein Wort.

Das die Bürger in Huchting nur einbezogen wurden, war darauf zurück zu führen, das es immer heftigere Kritik an den Plänen gab. Es gibt immer noch Kritik an der Verlängerung, denn wenn man sich die unendliche Geschichte der Linie 4 in Richtung Lilienthal ansieht, dann mag man sich nicht vorstellen, was dann hier in Huchting passiert. Aber das wird alles mit einem Federstrich weggewischt.

Und wenn Mehrkosten – gerade bei der Linie 4 sehr präsent! – kommen, ach wo, notfalls könnte der Bund ja einspringen. Nun bleibt nur zu hoffen, das sich das alles verzögert, dass das Bauende weit über 2019 hinaus geht. Dann sind die Zuschüsse des Bundes Geschichte.

Uneinigkeit im Bauressort herrscht beim Baubeginn. Herr Polzin nennt 2016 und Inbetriebnahme 2018/2019. Herr Lohse nennt mitte 2015 Baubeginn und Inbetriebnahme 2018. Aber alles ist kalkuliert, das es keine weiteren Einsprüche gibt oder Klagen. Sobald es Probleme gibt, ob nun Klage, oder eine Brücke in Huchting muß aufwendig saniert werden, dann verzögert sich die Streckenverlängerung um mindestens drei Jahre wenn nicht gar länger.

Eigentlich hätten die Planer und die Politiker nur die Huchtinger Bürger Fragen sollen und auf diese hören sollen: keine Straßenbahnverlängerung! Ringbusverkehr erhalten!

Und außerdem: Seit neuestem fahren Umweltfreundliche Busse durch Bremen, auch in Huchting. Busse mit Elektroantrieb. Also ist Bremen mehr als Umweltfreundlich was die Busse anbelangt. Und warum kauft man die Busse, wenn man die Buslinien kürzen oder komplett ersetzen möchte? Vielleicht liegt das an der EU, vielleicht liegt das an den Grünen in Bremen. Solche Hybridbusse sind ein guter Einfall und sollte weiterverfolgt werden, gerade in Huchting. Busse können andere Straßen nehmen, wenn zu starken Störungen kommt. Sobald aber die Straßenbahn behindert wird, dann ist die Hälfte von Huchting abgeschnitten, und man darf zu Fuß gehen, bis man zur nächsten Bushaltestelle kommt.

Tolle Aussichten für einen grünen Familienstadtteil. Hoffen wir mal, das die Verlängerung sank und klanglos in den Untergrund verschwindet. Wir Huchtinger können nur abwarten und die Betroffenen können nur noch Einspruch und Klage erheben. Wir drücken die Daumen und bleiben als Huchtinger Unternehmen und Huchtinger Bürger bei diesem Thema am Ball.

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