Der AB: ein grausiges Ding!

Der Anruftbeantworter (AB) soll Anrufe in Abwesenheit des Angerufenen entgegennehmen. Also eine Art „elektronische Sekretärin/elektronischen Sekretär“. Die Anrufbeantworter sind mit den Jahren immer kleiner, immer besser und Leistungsfähiger geworden, und doch scheint es vielen Menschen schwer zu fallen, ja gar ein Graus zu sein, auf dieses elektronische Ding zu sprechen.

Aber warum?

Lange hatten wir weder Privat noch im Büro einen Anrufbeantworter. So ernetete man gerade im Privatbereich immer wieder den Satz:“Du warst nicht zu Hause! Ich habe dich nicht erreichen können. Wo warst Du denn? Hast du keinen AB?“
„Äh, nein. Brauch ich nicht, so wenig wie anrufen.“
„Wäre aber gut, dann kann ich Dir eine Nachricht hinterlassen…“
„… für die drei Anrufe im Jahr?“
„Das wäre gut, dann kannst Du mich ja zurückrufen…“
Um weitere Diskussionen zu umgehen, geht man einen Anrufbeantworter kaufen und schließt diesen an. Und dann kommt es, wie es kommen mußte: Es spricht keiner drauf! Dafür erntet man wieder den Spruch: „Wo warst Du? Ich konnte Dich nicht erreichen!“

Nun haben wir neben unserem Privaten-AB auch einen Firmen-AB. Dieser springt an, wenn wir nicht im Büro sind, die Rufumleitung auf das Handy belegt ist, oder schlicht und ergreifend man das Handy bei einem Geschäftsessen oder -gespräch auf lautlos geschaltet hat.

Aber was passiert? Der Kunde spricht nicht drauf? So grauselig kann es nicht sein, eben etwas darauf zu sprechen… wir rufen doch zurück. Nur wie, wenn wir keine Rufnummer haben und keine Nachricht! Aber aus irgendeinem Grund mögen weder unsere Kunden noch unsere Freunde den AB! Aber fast jeder hat ihn. Wozu, wenn man nicht draufspricht?

Werden nun diese beiden ABs abgeschafft, ertönt ein Aufschrei:“Habt Ihr keinen AB?“
„Doch, hatten wir.“
„Wieso hatten? Ich hätte was draufgesprochen.“
„Es hat ja keiner draufgesprochen, deshalb haben wir ihn abgebaut.“
„Wenn er weg ist kann ja keiner Raufsprechen!“
Bestechende Logik, und ehe man da wieder diskutiert und erklärt das vorher keiner raufgesprochen hat, schließt man diese „elektronische Sekretärin/elektronischer Sekretär“ wieder an. Nun hofft man inständig, das jemand auf den AB spricht. Aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben, obwohl dieser rund um die Uhr aktiv ist. Vielleicht, eines Tages wird er doch mal besprochen von Kunden oder Freunden.

So etwas ähnliches haben wir auch mit unserem Faxgerät erlebt… das ist aber eine andere Story.

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