Linie 1 Verlängerung nach Mittelhuchting gegen den Willen der Bürger?

Wer am Mittwoch, 30. Juni 2010, den Bremer Anzeiger aufgeschlagen hat, wird einen Artikel gesehen und auch gelesen haben, der einem nur zu einem Kopfschütteln veranlaßt. Das Projekt kostet 80 Millionen Euro, soll so laufen wie es geplant ist und wenn es nach dem BSAG Sprecher Jens-Christian Meyer geht, dann muß das so weitergeführt werden. Denn: „in einem moderierten Verfahren kam der Beirat 2003 zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Linie 1 auf der BTE-Trasse fahren soll. Dass der Beirat nach dieser Entscheidung plötzlich gar keine Verlängerung mehr wollte – und seither für diese Nulllösung plädiert – kam für uns überraschend.“

Wenn man den Artikel so ließt und dazu die Aussagen des Sprechers der BSAG und dazu die in den letzten Tagen getätigten Aussagen der Politiker, die an dem Prozess beteiligt sind oder waren, dann spricht alles dafür, das man den Bürger und die Bevölkerung, die gerade vor Ort mit allen Konsequenzen leben muß, komplett ignoriert.

Ein Straßenbahn Ringverkehr, so wie viele Huchtinger es gerne hätten, würde zu einem Kollaps im Stadtteil führen, wenn die Straßenbahn über die KHL geleitet wird. So die Aussage der CDU-Fraktion.

Trotz diverser Proteste und einer Online Petition – Stand 2. Juli 2010 380 Mitunterzeichner – will man diese Straßenbahn durch Huchting leiten. „Die Entscheidung beruht auf einem breiten politischen Konsens und ist auch an Verträge gebunden. Daher gehen wir unter gar keinen Umständen von einem Stopp des Projektes aus“, meint Michael Ortmanns, der Sprecher des Bauressorts.

Da hat die Politische „Elite“ gesprochen. Eine Entscheidung, die auf  „einem breiten politischen Konsens“ aufgebaut ist, bedeutet nichts weiter als: Wir haben es so gewollt, die Bürger und die Bevölkerung müssen es schlucken. Was dort geschieht ist uns doch egal.

Egal scheint es aber nicht der BSAG zu sein. Diese will jetzt mit den Gegner und der Bevölkerung sprechen. Ein wenig spät!!! Das hätte man zu Anfang machen müssen und nicht erst, wenn man merkt, das sich massiver Widerstand regt. Der Sprecher der BSAG meinte, das man von den prognostizierten 7000 neuen Fahrgästen ausgehen kann, die vom Auto auf die Straßenbahn umsteigen würden. Dadurch würde der Stadtteil auch entlastet. Und zwei neue Haltestellen werden auch eingerichtet auf der BTE Trasse, die dann von allen gut zu erreichbar ist. Nun wolle man auch nach den Sommerferien mit allen Reden und „mit Klarheit gegen die bestehenden Ängste anzukämpfen“ versuchen, „schließlich wollen wir die Huchtinger als Fahrgäste gewinnen“, so Jens-Christian Meyer.

Ängste? Wissen die denn was es bedeutet? Warum wurde nicht auf die Forderung eingegangen einen Ringverkehr einzuführen mit der Bahn?

Warum muß eine Straßenbahn eine „irrsinnige“ Streckenführung haben, die nicht bequemer ist, sondern wo man auch wieder Umsteigen muß? Es hieß doch immer, das es bequemer ist, ohne Umsteigen von A nach B zu kommen. Hier in Huchting ist das nicht der Fall! Möchte ich zu „Wand&Boden“, dann muß ich als Fahrgast in die Linie 1 bis zur Brüsseler Straße – oder eine ganze Ecke laufen – dort auf den Bus warten, zwei Haltestellen fahren, und zurück zu wieder den selben Salmon!

Oder sollen wir Huchtinger nicht die Straßenbahn nutzen, sondern nur zu Fuß laufen? Anscheinden läuft es darauf hinaus, denn man will ja „nur“ die Autofahrer auf die Straßenbahn bringen, das es für die Huchtinger schwieriger wird innerhalb Huchtings reibungslos überall hinzukommen, ist den Politikern und der BSAG egal!

Jetzt kommen wir Huchtinger bequem und ohne viel Umsteigerei von A nach B. Mit der jetzigen Planung würde man innerhalb Huchtings länger unterwegs sein, weil wir gezwungen werden Umzusteigen. Sollte das Projekt so durchgedrückt werden, dann können wir uns bei den Politkern, vor allem Herrn Loske, recht herzlich bedanken! Dann geht es ihnen nur um Machterhalt, um der BSAG zur Seite zu stehen und um Geld verprassen für unsinnige Projekt!

Auf die Bevölkerung wird nur gehört wenn es um Wahlen geht. Danach ist man nur ein Störenfried, ein „normal Sterblicher“ der keine Ahnung, da er nicht Studiert hat. „Oh, ein Studierter! Dann muß ich es Ihnen erklären.“ Wir als Huchtinger können es ihnen erklären, und wir müssen anscheinend. Denn keiner der „politschen Entscheidungsträger“, für dieses Projekt, wohnt, lebt und arbeitet hier.

ONLINE PETITION der Bremischen Bürgerschaft gegen die Linie 1

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