Straßenbahnverlängerung Linie 1 nach Mittelshuchting: Beirat Huchting lehnt die Straßenbahnpläne ab

BSAG_LOGO_LINIE1Wer am 22. Juli 2014 zur Beiratssitzung kam, konnte sich über mangelnde Beteiligung der Bürger nicht beschweren. Der Saal der Aula in der Amersfoorter Straße in Huchting, im BUS (Bürger- und Sozialzentrum) war mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Huchting, Vertretern der BSAG und aus dem Planenden Hause des Senators für Verkehr, Bau und Umwelt vertreten. Dieser Abend galt sowohl der Vorstellung der Pläne – vor allem den der Beiratsmitglieder – als auch noch mal Nachfragen seitens des Beirates und der Bevölkerung. Wichtig in diesem Zusammenhang war: Einwendungen schreiben gegen die Pläne! Es steht jedem Huchtinger frei gegen die Pläne eine Einwendung zu schreiben, dies ist ein Bundesrecht, und davon sollten alle Huchtinger gebrauch machen.

Es war eine öffentliche Beiratssitzung und das eigentliche Thema war die Straßenbahnverlängerung der Linie 1 bis nach Mittelshuchting. Dazu waren die Planer des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr, der ASV und Vertreter der BSAG vor Ort.

Zunächst einmal wurden die neuen Pläne dem Beirat und den Anwesenden Vorgestellt. So hat jeder noch einmal erfahren, das die heutige Endhaltestelle Roland Center einen komplett neuen Haltepunkt bekommt, die Busse stehen dann schräg in den Parkbuchten, es gibt eine Zuwegung in Richtung Targobank, dabei entstehen noch einmal gut 60 B+R Plätze, die heutigen B+R Plätze am Alten Dorfweg werden modernisiert, die Wendeschleife bleibt, denn jede zweite Bahn der Linie 8 fährt zurück in die Innenstadt.

Geändert wurde der Linienverlauf auf die Werner-Lampe-Straße, so bleibt der Marktplatz vor dem Center Point erhalten. Dafür wird das gesamte Areal um der Werner-Lampe-Straße umgestaltet. Ein Linksabbiegen um zur Deutschen Bank zu kommen ist dann nicht mehr möglich. Dazu muß man einmal zum Huchtinger Kreisel fahren, und dann zurück zur Bank. Ansonsten verläuft die Strecke wie auch in den Planungen davor, nur das man jetzt auf der BTE Trasse zweigleisig zzgl. den Warenverkehr mit der Eisenbahn dort hat (siehe Überseestadt).

Nach dem Abbiegen in Höhe Auf den Kahlken wird die Straßenbahn in Mittellage geführt. Das bedeutet, das die Straßenbahn in der Mitte der Fahrbahn geführt wird. Somit wäre ein geringerer Eingriff in Grund und Boden notwendig. Dafür gibt bis Sodenmattsee keinen extra Radweg, sondern der Radweg verläuft neben der Fahrbahn. Gerade in Höhe Delfter Straße, wo jeden Morgen viel Verkehr ist, für junge Radfahrer und gerade für Ältere ist das nicht gerade ein Sicherheitsgefühl. Im Gegenteil.

Die Straßenbahn wird komplett zweigleisig bis zur Brüsseler Straße geführt. Zu Anfang sollte die Straßenbahn noch eingleisig über die Heinrich-Plett-Allee führen. Doch nun wird Sie zweigleisig darüber geführt. Und ich betone nochmal: Bis Brüsseler Straße fährt die Straßenbahn in Mittellage.

Ab Brüsseler Straße entsteht und bleibt auch der Wendekreis, wie vorher auch, neu ist aber, das es dort nicht zweigleisig sondern dreigleisig sein wird. Ein drittes – nennen wir es einfacher Halber – Abstellgleis. Neu sind dort auch B+R Plätze, ca. 30 oder 40 Stück, die Löwener Straße bekommt neue Autostellplätze, ca. 8 oder 10 – dafür wird zusätzlich von der Gewoba Grundstücke aufgekauft -, eine Zuwegung zur Heinrich-Plett-Alle von einem Wohnhaus fällt weg, da der Platz für die Schienen benötigt wird, die Zuwegung zum Mehrparteienhaus erfolgt dann über die Huchtinger Heerstraße, und dort, in Richtung Roland Center und Innenstadt, werden noch einige Parkplätze entstehen.

Nach den Allgemeinen Erklärungen der neuen Pläne, stellte sich ein Lärmschutzgutachter vor, dem viele Huchtinger Fragen stellten. Es ging um Lärmschutzwände, Lärmschutzmaßnahmen und wie der neu entstandene Lärm bewertet wurde und wird. Man könnte es auf einen kurzen Punkt bringen: Entlang der BTE Trasse entstehen Lärmschutzwände in einer Höhe zwischen 1,20 m und 1,80 m. Diese aber nur bei Haltstellen. Zudem entlang der Heinrich-Plett-Allee aber erst ab der Haltestelle „Sodenmattsee“ in Richtung „Flämische Straße“. Lärmschutzwände werden nicht im am Wendekreis „Brüsseler Straße“ aufgestellt. Ebenfalls keine Lärmschutzwände bekommen die Bewohner der „Dovemoorstraße“, dort erhalten Sie nur neue Fenster und Türen. Wen es interessiert: Signalanlagen mit Klingelsignal werden nicht zum Lärmpegel hinzugerechnet.

Gute 45 Minuten wurde über das Thema Lärm gesprochen und Fragen gestellt. Nach dieser ersten Runde, folgte nun die zweite Runde von Fragen, die sich nur mit den Planungen der Linie 1 beschäftigten. Die Linienführung erfolgt nun über die Werner-Lampe-Straße, wodurch ein Linksabbiegen – Richtung Huchtinger Kreisel – zur Deutschen Bank nicht mehr gegeben ist. Wer zur Deutschen Bank, den Anwälten oder Steuerberater möchte, muß einmal „Umzu fahren“; bedeutet, bis zum Huchtinger Kreisel, dort in den Kreisel einschwenken und in Richtung Roland Center wieder rausfahren. Antwort eines Beiratsmitgliedes: „Das ist aber nicht sehr Umweltfreundlich.“

In der Straße Willakedamm rückt die Straßenbahn bis zu einen Meter nah die dort stehenden Häuser heran. Die Straße wird weiterhin für Autos befahrbar bleiben, und eine Ampelanlage entsteht bei der Straße „Luneplate“. Es wird nur einen Fußgängerbereich geben, wie jetzt eine Radweg, ist nicht vorgesehen, denn es fehlt der Platz dafür. Die Radfahrer müssen so auf die Straße. Das wird ordentlich Verkehr morgens und Nachmittags geben, denn die Schüler der St.-Pius-Schule und des Kindergartens dort, werden abgeholt, oder fahren mit dem Fahrrad. Und dann auf der Straße… wenn das man gut geht. In Höhe der zukünftigen Haltestelle „Willakedamm“ entstehen B+R Plätze ca. 60 Stück. Dann biegt die Linie 1 auf die BTE Trasse ab – wen es interessiert: der jetzige Übergang bleibt – und die Straßenbahn fährt dort zweigleisig weiter. In Fahrtrichtung Mittelshuchting haben sich die Planer etwas nettes ausgedacht: da sehr viele die Gleise als „Fußweg“ nutzen, wird entlang der Trasse ein Fußweg angelegt. Auf beiden Seiten gibt es unterschiedlich Hohe Lärmschutzwände, einige sind fast 2 Meter hoch, nicht nur wegen Lärm, sondern auch als Sichtschutz. Wer ein Grundstück dort sein eigen nennt, der wird sein Blaues Wunder noch erleben: Es gibt auch Lärmschutzwände in Richtung Roland Center, und es werden ca. 2 Meter Grundstück gebraucht, für Lärmschutzwand und für die Wartung der Schienen und der Wand. ABER: es wird nicht gekauft, sondern die Stadt trägt sich nur in das Grundbuch ein. Dadurch bleibt alles beim alten und der Besitzer muß weiterhin die volle Grundstückssteuer bezahlen, auch wenn er eine Lärmschutzwand hat und er dadurch weniger Gartenfläche hat.

Ab der zukünftigen Haltestelle „Auf den Kahlken“ biegt die Linie 1 ab auf die Heinrich-Plett-Allee. In Höhe der Hausnummer 89 soll dann die Straßenbahn in Mittellage geführt. Hier entstehen weitere Ampeln sowie neue Ampelanlagen aus der Delfter Straße auf die Heinrich-Plett-Allee. Kritikpunkt bei den Plänen war: Die Linksabbiegerspur in die Delfter Straße ist zu kurz, gerade wenn morgens die Lehrer und Schüler zur dortigen Schule fahren, Arbeitnehmer, Lieferanten, etc. Dadurch entsteht ein Rückstau auf der Heinrich-Plett-Allee. Nächster Kritikpunkt war, das die Fahrradspur auf der Fahrbahn geführt wird. Dies wäre, laut Aussage der Planer, sicherer für die Radfahrer, als ein extra Fahrradweg. Zumal dadurch weniger Fläche verloren geht. Der Fahrradstreifen soll auch extra breit gemacht worden sein: Anstatt 1,60 m ist dieser nun 1,80 m breit. Trotzdem fahren dort Kinder zu Schule, Jugendliche in Gruppen und vor allem Ältere. Gerade die Älteren fühlen sich nicht sicher auf so einem Streifen, wenn plötzlich von hinten ein LKW oder ein Transporter vorbeirauscht. Der Sog ist ziemlich stark der dabei entsteht und für viele ältere nicht kalkulierbar. Erst ab Sodenmattsee soll wieder ein Radweg entstehen, wegen der Brücke. In der Nimweger Straße werden vor dem Lebensmittelgeschäft „Lukullus“ Parkplätze entstehen. Dabei geht ein Teil des breiten Fußweges verloren.

Die neugestalteten Haltestellen „Am Sodenmatt“ sind wie jetzt auch, erst hinter der Ampel erreichbar. Die Zufahrt für die Marktbeschicker werden etwas abgeändert – in Absprache mit dem Bremer Großmarkt – aber die Fläche bleibt gleich groß. Was hier auch für Kritik sorgt, ist das Kreuzen der Radfahrspur in die Fahrbahn z. B. für das Linksabbiegen in Richtung Markt. Das ist nicht gerade sicher. Entlang der dortigen Wohngebäude werden Lärmschutzwände entstehen. Nun wird die Straßenbahn über die Heinrich-Plett-Allee komplett zweigleisig geführt. Das war zuvor in Abrede gestellt worden. Doch nun wird die Brücke neugebaut und somit wurde die Straßenbahn zweigleisig geplant. Eh ich es vergesse: Beide Auffahrten bekommen Ampelanlagen hingestellt.

Zukünftige Haltestelle „Flämische Straße“: Man kann nur den Kopf schütteln, welche Belastungen die Bewohner dann ausgesetzt sind. Die beiden Haltestellen stehen sich, wie jetzt auch, gegenüber. Die Straße muß überquert werden, um zu den jeweiligen Haltestellen zu kommen. Ein Bus für Schüler soll morgens und Nachmittags eingesetzt werden. Dieser kommt von der Brüsseler Straße, fährt in die „Mechelner Straße“, kommt „Antwerpener Straße“ raus und biegt nach rechts in die „Flämische Straße“ ab. Vor dem Hochhaus, Flämische Straße 4, wird eine Haltestelle entstehen. Nach das nenn ich doch mal Planung. Warum kann man den Bus nicht auf den Schienen führen? Dann müßte man nicht gleich drei Straßenzüge umbauen. Entlang der Heinrich-Plett-Allee, bei den Einzelhandelsgeschäften, fallen die Parkplätze komplett weg. Ersatz gibt es nicht. Der Lieferverkehr hat da mehr als schwer. Auf dem Parkplatz bei „Netto“, gibt es linke Hand Parkplätze, die zum dem Querblock gehören, wo auch Einzelhandel untergebracht ist. Dort sollen nach dem Willen der BSAG und der Planer neuen (9!) Parkplätze wegfallen, für ein Generatorhaus und für einen Parkplatz für den Service Wagen der BSAG. „Wir führen bereits Gespräche mit dem Eigentümer, aber der ist noch nicht ganz überzeugt,“ so der Planer vom Senator für Bau, Umwelt und Verkehr. Ach! Der ist nicht überzeugt? Das hätten wir nun aber nicht gedacht. Natürlich ist er nicht überzeugt, schließlich kann er seinen Mietern weniger oder bald keine Parkplätze mehr anbieten.

Die Kreuzung Luxemburger Straße/Heinrich-Plett-Allee bekommt ebenfalls Ampeln, ebenso die „Löwener Straße“ – die dazu auch noch neue PKW Stellplätze bekommen soll, womit dann auch der Fußweg näher an die Wohngebäude rückt – und eine Ampelanlage bei der „Brüsseler Straße“, von dem Wendekreis einmal ganz abgesehen. Wer nun glaubt, das die Anwohner am Wendekreis eine Lärmschutzwand erhalten, der irrt. Eventuell erhalten diese neue isolierte Fenster und Türen. Man sollte dann aber die Fenster nach Vorne aufmachen. Aus Richtung Delmenhorst kommend entstehen ebenfalls neue PKW Stellflächen, in Höhe der Sparkasse Bremen entstehen rund 60 B+R Plätze, aber kein P+R. Nach einer Rückfrage des Beirates, warum man nicht die ganze Kirchhuchtinger Landstraße mit Parkplätzen versieht, für die Delmenhorster, kam folgende Antwort von den Planern: „Das wäre zu teuer, das zu Bauen, und es ist kein Bedarf für eine P+R Verkehr vorhanden.“

Das nenn ich mal absolute Ironie! Schließlich war Senator Lohse, der meinte, das man die Pendler aus Delmenhorst auf die Straßenbahn bringen wollte. Aber nun keine P+R Plätze anbieten. Das ist nicht nur inkonsequent, vor allem werden diese Autofahrer dann über die B75 in die Innenstadt fahren. Das ist damit also verfehlt.

Mit diesen neuen Plänen ist aber immer noch nicht geklärt, was mit der Linie 58 nun geschieht. Diese fährt also, soviel hat man von der BSAG erfahren können, im 10 Minutentakt von der Haltestelle „Brüsseler Straße“ bis Roland Center. Mehrere Huchtinger haben nun nachgefragt, wie man denn in Richtung „Friedhof Huchting“ kommt. Dies wurde lapidar von der BSAG abgetan: „Wir besprechen hier die Streckenverlängerung der Linie 1 und nicht den Anschlußverkehr!“ Das ist seitens der BSAG eine Frechheit. Hochnäsig, herablassend und ziemlich arrogant waren deren Antworten. WIR Huchtinger SOLLEN die Straßenbahnverlängerung schlucken, dauernd innerhalb der des Stadtteils umsteigen, aber wie der Anschlußverkehr laufen soll, das ist nebensächlich? Gerade das gehört aber mit zu den Planungen, aber davon haben die Planer der BSAG und des Senator für Bau, Umwelt und Verkehr noch nichts gehört.

Es wurde trotzdem gefragt, wie denn nun die Anbindung des Gebietes rund um die Hermannsburg verlaufen soll. Mißmutig wurde geantwortet, das man eventuell Plant, die Linie 58 alle 30 Minuten über das Roland Center hinaus in Richtung Friedhof Huchting verkehren zu lassen. Die Delbus soll alle 10 Minuten dort den Verkehr übernehmen. Das ist ein schlechter Witz! Jetzt fahren die Busse der Delbus, wenn es hochkommt alle halbe Stunde, eventuell alle Stunde, und dann sollen diese alle 10 Minuten fahren? Das wird nicht lange halten, und die Fahrten werden wieder reduziert. Damit ist das Gebiet auch wieder abgeschnitten.

Ein Beiratesmitglied und Familienvater hat folgende Frage an die BSAG gestellt: „Mein kleiner dreijähriger Sohn geht in den Kindergarten Ameersforter Straße, der Große in entgegengesetzter Richtung. Wenn kein Bus mehr auf der Kirchhuchtinger Landstraße fährt, dann muß ich mit meinen beiden kleinen Kindern zu Fuß bis zur zukünftigen Haltestelle „Auf den Kahlken“, eine Haltestelle fahren, Kind hier abgeben, und dann wieder ganz zurück. Mein jüngster wird nach der Hälfte der Strecke stehen bleiben und sagen, das er nicht weiter will. Also muß ich ihn tragen. Dann wird aber der große Maulig und fragt, warum er nicht getragen wird. Wie ist denn nun die Planung für den Busverkehr auf der Kirchhuchtinger Landstraße und welche Taktung?“

BSAG Planer: „Ich wiederhole noch mal: Es geht hier um den Ausbau der Straßenbahnlinie 1 nach Mittelshuchting und es geht nicht um die weiteren Anschlußverbindungen! Und wenn die Straßenbahn hier verkehrt, dann ist immer noch die Frage, ob es in diesem Stadtteil noch Kindergärten und Schulen gibt!“

Hallo!!!!! Geht’s noch???? Wir Huchtinger sind die Leitragenden nicht die Planer, denn die haben Ihre Häuser wohl weißlich weitab der Straßenbahnlinie gebaut und lassen sich mit dem Dienstwagen zu Arbeit chauffieren. Und bitte schön, was soll das heißen, das es keine Kindergärten oder Schulen mehr hier geben soll! Das ist ein Familienstadtteil und wir haben hier sowohl Gewerbe als auch Ausbildungsbetriebe, zudem arbeiten die hier ansässigen Schulen mit den Betrieben zusammen.  Es wird immer Schulen und Kindergärten im Stadtteil geben, denn schließlich sind gerade zwei neue Kitas entstanden. Und woher will der BSAG Planer wissen, was in 20 Jahren ist? Soweit kann die BSAG nicht in die Zukunft planen, dafür haben Sie nicht die Leute, oder wollen es nicht.

Ab diesem Zeitpunkt ergriff dann auch der Moderator, der Ortsamtsleiter Uwe Martin, das Wort, das er an die BSAG Planer und Planer des Senators: „Es kann nicht sein, das ein ganzes Viertel in einem Stadtteil abgeschnitten wird von dem ÖPNV. Wir möchten Sie mal einladen hier in den Stadtteil, damit Sie sehen, wie der Busringverkehr hier läuft und wie gut der ist. Wenn ich mich mit anderen Ortsamtsleiter treffe dann fragen die immer, warum wir Huchtinger gegen die Straßenbahnverlängerung sind. Dann erkläre ich Ihnen die Pläne und Planungen und darauf bekomme ich die Antwort, das diese dann auch gegen solch eine Planung wären. Sie lassen bei Ihren Planungen die Bürger außen vor.“

Es gab großen Applaus bei dieser Aussage und beide Planungsgruppen schauten ziemlich bedrappelt drein. Auch Manfred Oppermann (SPD), Mitglied der Bürgerschaft, äußerte sich zu den neuen Plänen. Er selber werde gegen die Verlängerung stimmen und die SPD Fraktion steht hinter der Entscheidung, wie auch er selber und sein Kollege Sükrü Senkal (SPD), des Beirates Huchting, der ebenfalls die Ausbaupläne ablehnt. Und einen entscheiden Satz hat er gesagt, den alle Anwesenden Huchtinger mit großem Applaus entgegen genommen haben: „Es ist nicht die Aufgabe des ÖPNV, das der Bürger zu ihm geht, sondern das der ÖPNV zu dem Bürger kommt. Aber nach den jetzigen Plänen ist das Gegenteil der Fall. Ändern Sie die Pläne und bringen Sie den ÖPNV zu den Bürgern.“

Das ist doch mal ein schöner und treffender Satz, der auch noch komplett stimmt. Auch Annemarie Werner (Grüne), teilte den Anwesenden Planern mit, das Sie mit den jetzigen Plänen nicht einverstanden sei. „Ich wollte eigentlich aus einem Artikel zitieren, den ich heute in einem Magazin gefunden haben, wo es um die Linie 1 Verlängerung geht. Aber es sind bereits durch die Anwesenden Huchtinger alle Argumente und Fragen gestellt worden.“ Sie führte weiter aus, man bereits seit 2003 immer wieder mit den Planer zusammengesessen hätte, um die Pläne zu Optimieren und einen besseren Verlauf der Straßenbahn zu gewährleisten. Aber sowohl die BSAG, als auch der eigene Grünen Senator ignorierte die Anmerkungen und Vorschläge. Bis heute sind alle eingaben seitens des Beirates, auch seitens der Grünen, bei dem eigenen Grünen Senator auf Taube Ohren gestoßen. Man habe sich den Mund fusselig geredet. Immer wieder wurde betont, auch seitens Herrn Lohse (Grüne), das durch die Straßenbahnverlängerung der Stadtteil sich Entwickeln würde. „Aber ich sehen in den vorliegenden Plänen keine Stadtteilentwicklung,“ so Frau Werner. Sie führte weiter aus, das es bekannt sei, das Huchting Soziale Probleme habe, und diese gelöst werden müßten. Aber das geht nur, wenn sich die Planer auch mit der Sozialbehörde u.a. zusammensetzen würden. „Die Straßenbahnverlängerung ist für die BSAG geplant worden, aber nicht für den Stadtteil und für die Bürger.“ Frau Werner bekam großen Applaus.

Mit dieser Aussage hat Sie ins Schwarze getroffen! Die Führung der Straßenbahnlinie 1 nach Mittelshuchting ist nur für die BSAG gut und dementsprechend auch geplant, was der BSAG genehm ist könnte man sagen. Einige Straßen werden zwar modernisiert, aber nicht komplett – kostet schließlich Geld – und so wird der „Neubau“ an die alten Straßenzüge angebunden. Wie wird eigentlich die Kirchhuchtinger Landstraße aufgewertet? Was geschieht mit der Huchtinger Heerstraße in Anbindung an die B75 beim Kreisel? Welche Wirtschaftlichen Konzepte gibt es für den Bereich Obervielander Straße? Was passiert mit den noch Brachliegenden Flächen am Willakedamm? Wann wird in der Delfter Straße gebaut?

Das fand nicht statt, es ging nur um die Straßenbahn und wenn die dann fährt, dann passiert in Huchting: NICHTS!

Das soll dann besser sein? Längere Wege innerhalb des Stadtteils, fast 20 Minuten bis Delfter Straße mit Umsteigen, die Kurzstreckentickets können im Stadtteil nicht mehr so eingesetzt werden, man muß immer die teureren Tickets kaufen, die Fahrpreise werden enorm steigen. Aber das schlimmste daran ist, das es zu vermehrten Stau kommt, denn gut alle 3 bis 5 Minuten kommt eine Straßenbahn, und die hat natürlich Vorrang. Somit bleibt der Individualverkehr an den Ampeln stehen und eine Schlange bildet sich. Sehr Umweltfreundlich für alle. Zudem wird eine Bauzeit von einem Jahr in Aussicht gestellt. Daran glauben aber auch nur die Planer. Und billiger ist das ganze auch nicht geworden. Nicht Projekt, das Bremer Behörden in Angriff genommen haben, ist bis jetzt Billiger geworden, im Gegenteil, es wurde immer teurer. Wir können auch von einer Bauzeit von gut 3 Jahren ausgehen. Und dann haben wir hier nicht nur den Baulärm, sondern auch den Stockenden Individualverkehr, dazu der Lieferverkehr und wir können dav0n Ausgehen, das einige Einzelhändler die Segel streichen können. Aber vielleicht ist das ja auch gewollt…

Auf die Frage, wie lange denn die Bauzeit der neuen Brücke über die B75 dauert, bekamen wir Huchtinger keine Antwort, denn „die gehört nicht zur Planung“. Schön! Aber die Brücke muß neu, das hat selbst Herr Lohse gesagt, und da wird sich die Bauzeit auf drei bis vier Jahre hinziehen. Ich bezweifele mal, das man die Straßenbahn erst Einspurig drüber führt, dann die Brücke abreißt, Neu baut und dann die Schienen wieder neu verlegt. Aber gut wir reden hier von einem Gründen Senator und der BSAG, da könnte das schon passieren. Nur wie dann der ÖPNV hier verkehren soll, DAS haben Sie auch nicht gesagt. Das bedeutet, das wir hier in einem absoluten Verkehrschaos ersticken werden. Die Anwohner der Nebenstraßen werden sich für das starke Verkehrsaufkommen bedanken. Vor allem die LKW und Transporter werden dann verstärkt durchfahren.

Ebenfalls nicht zur Sprache gekommen ist die Situation für die älteren Huchtinger, wie denn nun z. B. von der Hermannsburg zur Straßenbahn kommen. Aber daran erkennt man, das man nur die BSAG im Blick hatte, aber nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung eines Stadtteils. Daher haben auch wir eine Einwendung gegen die neuen Pläne geschrieben. Viele Sachen wurden nicht bedacht, durchdacht sondern nur die BSAG hofiert. Stadtteilentwicklung findet nicht statt und erhöhte Emissionswerte werden den grünen Stadtteil  belasten. Attraktiv ist das nicht, und ich kann verstehen, wenn Unternehmen oder Familien wegziehen und es keinen neuen Zuzug geben wird. Ein Busringverkehr mit Umweltfreundlichen Bussen, die die BSAG schon hat, und nun noch die Elektrobusse, sind für den gewachsenen Stadtteil Huchting das beste.

Daher der Aufruf an alle Huchtinger: Schreibt eine Einwendung, notfalls laßt Sie im Ortsamt Huchting verfassen. Bis zum 29. Juli 2014 gibt es noch die Gelegenheit.

 

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