Linie 1: Verlängerung „nur“ nach Mittelshuchting


Lange haben die Huchtinger gegen die Straßenbahnverlängerung gekämpft, damit der Busring erhalten bleibt. Selbst der Beirat Huchting war gegen diese Verlängerung, denn selbst denen erschloß sich nicht die Verlängerung.

Nun also sollen wir Huchtinger für vier lange Jahre mit Bautätigkeiten „gequält“ werden, mit einer Straßenbahnlinie, die keiner haben will, den Stadtteil zerschneidet.

Aber eine große Frage stellt sich immer noch: Welchen Vorteil soll es denn für die Huchtinger haben, das nun eine Straßenbahn „IHREN“ – Familienfreundlichen – Stadtteil zerschneidet?

Immer wieder sind Stimmen aus anderen Stadtteilen laut geworden, die den Huchtinger „Ignoranz“ oder „Sturköpfen“ an den Kopf geworfen haben – und vornehmlich in irgendwelchen Straßenbahn oder Zugforen, aber auch generell in manchen Kommentaren.

Wenn man diese Menschen dann gefragt hatte, wieso die das „Geil“ finden, das eine Straßenbahn einen Stadtteil zerschneidet, es keine Fahrzeiteneinsparungen gibt, 1/4 der Bevölkerung längere Zuwegungen in kauf nehmen muß, und viele Fragen mehr kam… keine Antwort!

Schon traurig, das sich die Huchtinger mehr Gedanken gemacht haben, als die anderen Politiker oder Straßenbahnfans, was mit Ihnen, ihrem Stadtteil und der Bevölkerung selbst geschieht. Die Politik will nur Ihre Ziele durchsetzten, die Straßenbahnfans wollen nur längere Linien und diese Strecken fahren Sie dann nur einmal im Jahr. Tja, manche müssen damit täglich fahren… und da kommt schon die nächste Frage auf: Was passiert wenn keine Bahn mehr nach Huchting kommen kann? (Unfall/Ausfall/Störung/etc.)

Als ich diese Frage vor über sechs Jahren sowohl unserem ehemaligen Verkehrssenator als auch der BSAG gestellt hatte, und daß ganze dann auch in einem Blog Beitrag erwähnt hatte, kamen keine gescheiten Antworten. Im Grunde könnte man das rumdrucksen folgendermaßen zusammen fassen:

„Keine Sorge, das wird so schnell nicht passieren, und wenn leiten wir sofortige Maßnahmen ein, damit die Huchtinger auch in die Stadt kommen.“

Bedeutet also: Wenn keine Straßenbahn der Linie 1 nach Huchting kommt – aus irgendwelchen Gründen – dann sollen die Huchtinger doch zusehen, wie sie zur Arbeit kommen oder nach Hause. Entweder Sie laufen zum Roland Center, sie laufen zur nächsten Bushaltestelle und fahren mit Bus zum Roland Center, oder Sie sollen mit Fahrrad fahren. 

Vielleicht mal die Fahrgäste darüber informieren, warum keine Straßenbahn kommt, fällt der BSAG nicht ein. Einen Schienenersatzverkehr können Sie natürlich für Huchting auch nicht einsetzen; das geht nur (!) in der Vahr und dann auch von der Kurt-Hubert-Straße bis zum Hauptbahnhof und zurück… Vielleicht bindet man noch den Weserpark und Mahndorf mit an, aber die Huchtinger (!) dürfen – und vielleicht auch mit Absicht – müssen (!) in die Röhre gucken.

Durch unseren Umzug in ein neues Haus sind die Wege wiederum länger zur nächsten Haltestelle geworden, in unserem Fall ganze 17 Minuten bis zur nächsten Haltestelle der Linie 57 oder 58. Was ist eigentlich mit den Älteren? Die schauen wieder in die Röhre, denn Ihre Wege zu den Haltestellen und Ärzten sind weiter… und dann sollen Sie auch noch innerhalb Ihre Stadtteils umsteigen… wobei die Fahrer auf die Älteren zur Zeit gar keine Rücksicht nehmen. Schließlich ist der ÖPNV ja für die jüngeren Gedacht und nicht für die ältere Bevölkerung.

Die Linienverlängerung ist nur von der Politik gewollt und von Umweltaktivisten, die es zulassen, das mehr als 150 Bäume die älter als 45 Jahre sind, abgeholzt werden. Ist das Umweltfreundlich? Wenn auf meinem Grundstück ein 40 Jahre alter Baum steht, dann darf ich den nicht einfach so niederstrecken, aber hier geht das. Es ist ja für die Umwelt und für das Wohlgefühl der Politiker – gerade für die Grünen. Und, wann kommen neue Bäume? Werden neue gepflanzt? Weiß die Politik, das Bäume mehr als 10 Jahre brauchen, bis Sie einigermaßen groß sind, um ein schönes Blätterdach zu entwickeln? Was an der Linienverlängerung nun „Grün“ sein soll… keine Ahnung… mal schauen, wie viele Bäume im nachhinein wieder gepflanzt werden… es sei denn „aus Kostengründen“ ist das nicht mehr machbar. Klar, haben ja unser Ziel erreicht… BSAG ist ja wichtiger als ein grüner Stadtteil.

Auch die vielen „Versprechen“ müssen überprüft werden; werden in Huchting denn dann alle Straßen – zumindest die Hauptstraßen – saniert oder ist das nur ein „Lockmittel“ gewesen und das „Versprechen“ ein „Versprecher“? Zudem hatte man der Bevölkerung in Huchting „eingetrichtert“ das die Linie 1 ohne die Linie 8 nicht verlängert werden kann, sondern das diese Verlängerung nur in einem Paket zu bekommen wäre. Nachdem nun in Niedersachsen mehrere Klagen noch anhängig sind, macht Bremen einen harten Schnitt, und verkündet locker: Die Linie 1 können wir auch ohne die Linie 8 verlängern. Die Fördertöpfe stünden auch nach 2021 zur Verfügung. Das man sich als Huchtinger und sogar als Bremer manchmal wie in Schilda fühlt ist wohl nichts besonderes. Aber da die meisten anderen Stadtteile und auch die Politiker in der Bürgerschaft „unbedingt“ die Linie 1 Verlängerung wollen – davon mal abgesehen, das wohl keiner von denen direkt neben einem Straßenbahn Gleis wohnt, bzw. täglich mit der Straßenbahn fährt – stellt sich trotzdem die Frage, welchen Sinn das ganze macht, außer das Steuergelder verschwendet werden und wir im Endeffekt weiter steigende Fahrpreise hinnehmen müssen. Zumal die Leistung der BSAG seit Jahren abnimmt und nicht zunimmt. Es bringt nichts, einfach nur neue Busse, Hybridbusse, Elektrobusse und neue Straßenbahnen zu kaufen, wenn die Leistung, die Anbindung und die Erreichbarkeit der Haltestellen immer weiter abnimmt (weitere Laufwege). 

Warum haben wir eigentlich keine Elektrobusse bekommen? Diese haben mittlerweile eine Reichweite von über 350 km, das ist genau die Strecke, die eine Buslinie jeden Tag hier im Kreis fährt. Warum kann man keine Ladestation an der Endhaltestelle Roland Center errichten? Warum sollte die BSAG oder der Bremer Senat das tun, Huchting ist im Bremer Süden, weit ab von der Innenstadt und nur die Innenstadt und Stadtteile wie Vahr, Schwachhausen, und andere genießen „Vorzüge“, wie z. B. der Einsatz von Elektrobussen. Schade, wir hätten die auch gerne mal getestet… Aber die Huchtinger haben ja keine Ahnung – ich vergaß!

Daher empfinden viele diesen Aushang als Witz bzw. ein schlechten Scherz. Zumal nicht nur eine soziale als auch ökonomische Schneise geschlagen wird. Wege werden aufgerissen, die Wege werden länger und auch die Fahrtwege werden innerhalb des Stadtteils länger. Bequemer wird das nicht für uns, und eine Zeitersparnis gibt es auch nicht, denn die Linie 1 braucht 10 Minuten bis zum Roland Center wie heute auch die beiden Buslinien. Eine Ersparnis bis zum Brill gibt es auch nicht, und selbst die wird mit knapp (!) fünf Minuten angegeben. Oh ja, fünf Minuten sind nun ganz wichtig.

Und im Stadtteil passiert dann das: wenn ich zum Friedhof Huchting muß, dann muß ich zum Roland Center, aussteigen, wenn ich Pech habe 20 Minuten auf den Bus warten (Linie 58) um zum Friedhof zu kommen.

Der Bus soll nämlich nur noch alle 20 Minuten dorthin verkehren. Man könnte auch mit der Linie 204 fahren, die soll dann alle 10 Minuten fahren. Wirklich? Alle 10 Minuten fährt eine Delbus nach Delmenhorst… lohnt sich das denn? Oder auch nur wieder ein „Versprecher“?

Fazit:

Den Verantwortlichen geht es nicht um den Bürger innerhalb eines Stadtteils, sondern einzig um Ideologien. Jahrzehnte hatte der Busring die Bevölkerung Huchtings im Stadtteil von A nach B gebracht, ohne daß man danach noch lange laufen mußte. Nun wird die vorhandene Infrastruktur aufgerissen und alle müssen neue und längere Wege in kauf nehmen. Zumal trotzdem der Busring bestehen bleibt. Warum dann einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ausgibt (Steuergelder) erschließt sich einem da nicht.

Zumal wir Huchtinger, wenn das nicht Netz so angenommen wird, wie die Politiker das von uns Fordern, dann sind wir wieder Schuld. Da Politiker und Behörden selber Fehler gar nicht eingestehen können und wollen, muß die Dumme Bevölkerung dafür herhalten… ist ja auch logisch, die haben auch nicht studiert und haben von ihrem Stadtteil eh keine Ahnung. Viele Wohnen auch in Huchting noch keine 40 oder 50 Jahre hier… 

Alles in allem kann man sagen, verschlechtert sich die Situation, da keiner die Verantwortung übernehmen will, wenn in Huchting keine Straßenbahnen stehen und wir nicht in die Stadt kommen. Bekommen wir denn auch einen Busersatzverkehr wie die Vahr? Wohl eher nicht, denn das ist ja „nur“ Huchting… Aber man soll die Einkäufe von der Stadt bis nach Hause schleppen und lange Fußwege von der Haltestelle in kauf nehmen. Schön ist das nicht. Vielleicht sollten unsere „gewählten Volksvertreter“ mal so leben, die der Rest der Bevölkerung… aber das wäre eine Zumutung. Dafür haben Sie nicht studiert… 🙂

Ein Versprechen ist eine kann Bestimmung und keine Muß Bestimmung.

 

 

 

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